Hepatitis C

Hepatitis C in Deutschland gemeinsam bis 2030 eliminieren

Die Hepatitis C ist eine Virusinfektion der Leber, die über Blut übertragen wird. Bei etwa 80 Prozent der Patienten nimmt die Erkrankung einen chronischen Verlauf, und es drohen Leberfibrose, Zirrhose, Leberzellkrebs und vorzeitiger Tod.1 Die Hepatitis-C-Virusinfektion kann mithilfe einfacher Screening- und Diagnosetests nachgewiesen werden1. Seit 2014 gibt es moderne, direkt wirkende antivirale Arzneimittel, mit denen sich die chronische Hepatitis C sehr gut behandeln lässt.

Was können wir erreichen?

Wir können heute die chronische Hepatitis C bei nahezu 100 Prozent aller infizierten Menschen heilen.2 Damit lassen sich auch Infektionsketten unterbrechen und die Neuinfektionsraten drastisch senken. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Bundesregierung haben daher in einem Advocacy Brief3 und in der „BIS 2030“-Strategie4 das Ziel ausgegeben, die Hepatitis C bis 2030 zu eliminieren bzw. soweit einzudämmen, dass sie für die öffentliche Gesundheit keine Gefahr mehr darstellt.

Wo bestehen Hindernisse?

Von aktuell geschätzt 190.000 infizierten Menschen in Deutschland sind weniger als die Hälfte diagnostiziert (Stand 2020).5

Zuletzt wurden dem Robert Koch-Institut 5.940 Hepatitis-C-Fälle für das Jahr 2019 gemeldet.6

In Deutschland wird also zu wenig diagnostiziert und dementsprechend zu wenig behandelt. Hinzu kommt, dass der Zugang zu Diagnostik und Therapie ausgerechnet für Risikogruppen mit hoher Hepatitis-C-Prävalenz und hohem Infektionsrisiko eingeschränkt ist. Zu den Risikogruppen gehören neben anderen auch aktive und ehemalige Drogengebraucher.7 Im Gegensatz zu anderen Ländern läuft Deutschland daher Gefahr, die Eliminationsziele der WHO und der Bundesregierung zu verfehlen.8

Personengruppen, die statistisch gehäuft an Hepatitis C erkranken7

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Was ist jetzt zu tun?

Wir benötigen politische Weichenstellungen, die höhere Diagnose- und Behandlungsraten ermöglichen, und Risikogruppen den Zugang zur Versorgung erleichtern. Wir brauchen

  • einen nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der „BIS 2030“-Strategie, in dem spezifische Maßnahmen, ein zeitlicher Rahmen für deren Implementierung, sowie Kriterien für eine Erfolgsmessung genannt sind;
  • deutschlandweite Kampagnen zur Aufklärung über Hepatitis C und zur Entstigmatisierung der Erkrankung;
  • Beratungs- und Screening-Angebote für die Allgemeinbevölkerung (zum Beispiel im Rahmen allgemeiner Gesundheitsuntersuchungen);
  • deutschlandweit niedrigschwellige Beratungs-, Screening- und Behandlungsangebote für Risikogruppen (insbesondere in sozialen Einrichtungen und Justizvollzugsanstalten).
  • Experten sind sich einig, dass Deutschland so die Elimination der Hepatitis C erreichen könnte.9
Experten sind sich einig, dass Deutschland so die Elimination der Hepatitis C erreichen könnte.9

Zusätzliches Informationsmaterial zum Download

Politischer Newsletter Gilead im Dialog:

Über neue politische Rahmenbedingungen und das gestiegene Bewusstsein der Bevölkerung für Infektionskrankheiten.

Hepatitis C in Europa: Gemeinsam die Viruselimination erreichen

Diese Broschüre gibt einen Überblick über innovative Projekte zu Diagnose und Behandlung der Hepatitis C in Europa. Sie sind beispielhaft dafür, wie sich die Virusinfektion in der Allgemeinbevölkerung und in Risikogruppen effizient eindämmen lässt und die Eliminationsziele bis 2030 erreicht werden können.

Referenzen

  1. Empfehlungen des bng zur Therapie der chronischen Hepatitis C – Update Oktober 2019.

  2. The Center for Disease Analysis Foundation: Hepatitis C – Germany. Lafayette, CO: CDA Foundation, 2021. Verfügbar uüber Nutzerlizenz auf http://cdafound.org/polaris/; letzter Zugriff: Januar 2021.

  3. RKI Epidemiologisches Bulletin 30/31/2020.

  4. S3-Leitlinie „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-C-Virus (HCV) -Infektion“, 2018.

  5. Leberhilfe Projekt. Der Eco-Hep Report, Leberhilfe Projekt gUG; 2016.

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