
Aktuelle Herausforderungen bei Hepatitis C im Fokus: Parlamentarisches Frühstück
Gilead Sciences lud am 13. November 2025 zu einem parlamentarischen Frühstück ins Habel am Reichstag ein. Vertreter:innen aus Bundestag, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten den aktuellen Stand der Umsetzung der nationalen BIS-2030-Ziele und erörterten politische Maßnahmen, um die Eliminierung von Hepatitis C zu beschleunigen. Die Veranstaltung bot eine kompakte Plattform für einen sachlichen, lösungsorientierten Austausch zwischen Politik und Praxis.
Ein zentrales Thema war die bestehende Lücke zwischen politischen Zielvorgaben und der Versorgungspraxis. Nach wie vor bleibt ein erheblicher Teil der Menschen mit Hepatitis C unentdeckt und erreicht die regulären Versorgungsstrukturen nicht. Serdar Yüksel, MdB und Berichterstatter für HCV, betonte die Bedeutung pragmatischer Lösungen und klarer Verantwortlichkeiten, damit Testangebote, Nachverfolgung und Therapie nahtlos ineinandergreifen. Besonders hervorgehoben wurden Settings mit hoher Prävalenz – etwa Justizvollzugsanstalten –, in denen gezielte Screeningmaßnahmen einen besonders großen Effekt haben können.
Intensiv diskutiert wurden strukturelle Hemmnisse, darunter Brüche zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, fehlende vorfinanzierte Studienkapazitäten sowie abrechnungstechnische und regulatorische Barrieren. Anhand praktischer Beispiele zeigte sich, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen: Entscheidend sind koordinierende Akteur:innen vor Ort, beispielsweise Patientenmanager:innen, sowie klar definierte Schnittstellen, die eine schnelle Überführung diagnostizierter Personen in die Behandlung sicherstellen.
Der Fokus der Gespräche lag auf praxisnahen Ansätzen. Prof. Florian van Bömmel präsentierte das Projekt „Leipzig ohne Hepatitis“ und verdeutlichte, wie vernetzte Versorgungspfade von der Diagnose bis zur Therapie Behandlungszeiten verkürzen können. Joe Bausch, ehemaliger Gefängnisarzt und Tatort-Schauspieler, plädierte für niedrigschwellige Angebote mit kurzen Wegen und festen Ansprechpartner:innen. Freiwillige Testangebote in Notaufnahmen sowie mobile Teststellen wurden als wirksame Instrumente genannt, um bislang schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen einzubinden.
Die Teilnehmenden waren sich einig: Die Ziele der BIS-2030-Strategie sind erreichbar – vorausgesetzt, Politik, Praxis, Forschung und Zivilgesellschaft arbeiten weiterhin sektorenübergreifend zusammen. Gilead wird den Dialog mit politischen Entscheider:innen und Praxispartner:innen fortführen und gezielt Pilotprojekte unterstützen, die kurzfristig spürbare Wirkung entfalten können.
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