Eine Gruppe von acht Personen, fünf Frauen und drei Männer, steht im Freien zusammen und lächelt in die Kamera. Die Personen sind leger gekleidet und scheinen an einer geschäftlichen Veranstaltung teilzunehmen.

Parlamentarisches Frühstück zur HIV-Bekämpfung: Gemeinsam für das Ziel 2030

Am 9. Oktober 2025 lud die HIV-Kooperation, bestehend aus Gilead, MSD und ViiV Healthcare, zu einem Parlamentarischen Frühstück in Berlin ein. Unter dem Titel „Endspurt BIS 2030: HIV in der neuen Legislaturperiode nicht aus den Augen verlieren“ kamen Expert:innen aus Politik, Medizin und Zivilgesellschaft zusammen, um über die Zukunft der HIV-Politik in Deutschland zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Deutschland die Ziele der BIS-2030-Strategie der Bundesregierung erreichen kann – also Neuinfektionen weiter zu senken, Diskriminierung abzubauen und die Versorgung von Menschen mit HIV langfristig zu sichern.

Vertreter:innen des Deutschen Bundestages, der Dagnä e. V., der DAH2KA, der Deutschen Aidshilfe sowie zahlreiche Fachleute und Gäste tauschten sich über den aktuellen Stand und künftige Herausforderungen der HIV-Bekämpfung aus. Die Expert:innen warnten vor Rückschritten in der HIV-Politik, insbesondere durch den Rückzug der USA aus globalen Hilfsprogrammen und die angespannte finanzielle Lage im deutschen Gesundheitssystem. Um die bisherigen Fortschritte zu sichern, brauche es neue Ansätze in Therapie, Prävention und Versorgung.

Besondere Aufmerksamkeit galt innovativen Behandlungsoptionen, die Adhärenz und Lebensqualität von Menschen mit HIV verbessern und gleichzeitig Resistenzen reduzieren können – vor allem bei älteren Patient:innen. Damit solche Innovationen die Versorgung auch tatsächlich erreichen, müsse die Politik die Rahmenbedingungen für Nutzenbewertung und Zugang zu neuen Therapien reformieren.

Auch in der HIV-Prävention besteht dringender Handlungsbedarf. Gefordert werden niedrigschwellige Testangebote und erweiterte Zugänge zu HIV-Tests, etwa durch deren Integration in den Check-up 35 oder in die gynäkologische Vorsorge. Serdar Yüksel, MdB (SPD), sprach sich zudem für eine Neuauflage des Präventionsgesetzes, eine stärkere Einbindung von Apotheken, erweiterte Kompetenzen für Pflegekräfte und mehr Telemedizin aus.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die bedarfsgerechte Versorgung vulnerabler Gruppen. Insbesondere Frauen mit HIV sind im Gesundheitssystem nach wie vor häufig mit Stigmatisierung und Diskriminierung konfrontiert. Die Teilnehmenden forderten deshalb spezifische Beratungs- und Unterstützungsangebote, die auch das soziale Umfeld der Betroffenen einbeziehen.

Das Parlamentarische Frühstück machte deutlich, dass die HIV-Bekämpfung in Deutschland weiterhin gemeinsamen Einsatz von Politik, Industrie und Zivilgesellschaft erfordert. Nur durch konsequentes Handeln und nachhaltiges Engagement kann das Ziel der BIS-2030-Strategie erreicht werden. Zum Abschluss dankte Serdar Yüksel der Initiative und dem fortwährenden Engagement der Community. Er betonte, dass er sich auch in der aktuellen Legislaturperiode dafür einsetzen werde, dass HIV nicht aus dem politischen Fokus gerät.

Ein Mann steht und spricht mit einem Mikrofon zu einer Gruppe von Menschen, die in einem gut beleuchteten Innenraum an Tischen mit Essen, Orangensaft und Wasserflaschen sitzen.

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