Eine Gruppe von ca. 15 Personen entlang einer Tafel blickt auf eine Leinwand im rechten Hintergrund. Eine Person hält einen Vortrag, während die anderen zuhören.

Warum Deutschland in Europa (noch) führend ist bei der Versorgung mit Zell- und Gentherapien

Bild: Deutsche Parlamentarische Gesellschaft

Eine Studie von Economist Impact stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung am 18. Oktober 2023 in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, die von Dr. Rob Cook, Klinischer Direktor bei Economist Impact, vorgestellt wurde. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung vom Economist hatte dankenswerterweise Prof. Dr. Andrew Ullmann MdB, Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschuss, übernommen.

Die Studie untersucht die „System Readiness“ von Advanced Therapy Medicinal Products (ATMPs) in neun führenden Industrieländern. Das überraschende Ergebnis: Deutschland führt derzeit in Europa bei der Versorgung von Patient:innen mit Zell- und Gentherapien!

Dr. med. Stefan Schönsteiner, Oberazt und Vorsitzender des Arbeitskreises „DRG und Gesundheitsökonomie“ der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), sprach über die Herausforderungen in der stationären Versorgung. Besonders betonte er dabei den administrativen und technischen Aufwand, der mit dieser personalisierten Therapieform einhergeht. Dabei waren die Teilnehmenden sich einig, dass Deutschlands Führungsposition nicht zuletzt ein Verdienst der engagierten Mitarbeiter:innen in den Krankenhäusern ist.

Thorsten Pisch, Associate Director Cell Therapy Government Affairs bei Gilead Sciences, beendete die Impulsreihe mit einem Überblick über regulatorische Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Behandlung mit ATMPs. Die anschließende Diskussion verdeutlichte einige zentrale Punkte:

  • Das AMNOG-System hat lange für einen wirtschaftlichen Zugang zu Top-Medizin in Deutschland gesorgt. Doch neue Gesetzesrahmen könnten diesen Erfolg in Frage stellen.
  • In der Nutzenbewertung von Therapien stellen Randomized Controlled Trials (RCTs) den Goldstandard dar.

Aber bei seltenen Krebserkrankungen sind solche Studiendesigns oft unangebracht.

  • Es wäre unethisch, Patient:innen eine potenzielle Behandlung nur zu Testzwecken zu verweigern.
  • Es ist wichtig, Studienbewertungen im Kontext der jeweiligen Krankheit und Therapie differenziert zu betrachten. Aktuelle Regelungen lassen jedoch wenig Flexibilität in der Nutzenbewertung von ATMPs zu.
  • Innovationsfortschritte sollten nicht grundsätzlich als wirtschaftliche Bedrohung gesehen werden. Insbesondere in der Onkologie hat der medizinische Fortschritt das Leben vieler Patient:innen verlängert.

Zell- und Gentherapien könnten im Kampf gegen Krebs den Unterschied machen. Für eine erfolgreiche Implementierung müssen jedoch die regulatorischen Rahmenbedingungen überdacht werden, damit Deutschland seine führende Position behalten kann. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir weiter daran. Alles wichtige zu CAR-T Zelltherapien erfahren Sie hier.